Dezember 2025

Oolong – Die Kunst des Dazwischen

Den Meisten sind Grün- und Schwarztee ein Begriff. Auch wenn die Details oft noch etwas unklar sind. Aber Oolong? Um zu verstehen, was es mit dieser Teespezialität auf sich hat, klären wir zunächst die Grundlagen.

Eine Frage der Oxidation

Wie in unserem vorherigen Teebeitrag erklärt, ist der Teestrauch, die Camellia sinensis, der Anfang aller Tees. Nachdem die jungen Blätter geerntet wurden, können alle Teesorten aus ihnen gewonnen werden.

Wird das Blatt nach der Ernte gerollt, treten die Pflanzensäfte aus, welche an der Luft beginnen zu oxidieren. Das Blatt wird dunkel und die geschmacksgebenden Pflanzenstoffe verändern sich. Ist die Oxidation abgeschlossen, erhalten wir Schwarztee.

Werden die Teeblätter nach der Ernte allerdings mit Hitze behandelt, zerstört dies den Mechanismus, der das Blatt oxidieren lässt. So erhalten wir Grüntee.

Ein Spektrum des Tegenusses

Nicht oxidiert bedeutet grün, voll oxidiert schwarz – so weit, so gut. Doch was passiert, wenn dem Tee erlaubt wird, ein wenig zu oxidieren, dieser Prozess allerdings gestoppt wird, bevor er zu schwarzem Tee wird? Die Antwort: Oolong.

Dieser Begriff beschreibt also ein Spektrum von Oxidationsstadien zwischen grünem und schwarzen Tee und bietet somit eine enorme Vielfalt. Auf der grünen Seite des Spektrums finden sich sanfte und blumige Noten. Auf der dunkleren Seite nussige und fruchtige Aromen.

Eine reiche und beeindruckende Tradition der Handwerkskunst, die zum Probieren und zum Staunen einlädt.