August 2026
Kenia – Führend im Export, stark in der Innovation
Während China und Indien in der Teeproduktion nach Masse ganz klar vorne liegen, ist der größte Teeexporteur ein Land, mit dem die meisten nicht rechnen: Kenia. Mit einem jährlichen Export von mehr als 500.000 Tonnen bei einer Produktionsmenge von knapp 560.000 Tonnen liegt der ostafrikanische Staat mit einem Weltmarktanteil von 9,5 % auf Platz drei der bedeutendsten Teeproduzenten.
Edle Spezialitäten, vielversprechende Alternativen
Der Teeanbau ist Teil der kenianischen Kolonialgeschichte, in der das britische Empire große Teile des furchtbaren Hochlandes annektierte, um die eigene Wirtschaft durch ausländische Landwirtschaft zu stärken. Die Tatsache, dass der Großteil des in Kenia produzierten Tees das Land verlässt, zeigt klar, dass Teekonsum kein kultureller Bestandteil ist, wie beispielsweise in China, sondern ein koloniales Vermächtnis. Noch heute macht Tee ein Viertel des kenianischen Exports aus – der Großteil davon nach Europa.
Doch eine neue Generation von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern nutzt den Teeanbau nun für sich und erfindet ihn neu. Während CTC den Großteil des kenianischen Tees ausmacht, produzieren sie herrliche Blatttees mit goldenen Blattspitzen, die Tees aus Assam Konkurrenz machen. Auch Experimente mit grünem und weißem Tee sowie Oolong sind mittlerweile von Erfolg gekrönt und weisen den Weg in eine vielversprechende Zukunft für den kenianischen Teeanbau.
Innovation vom Mount Kenya
Die Experimentierfreude hört allerdings nicht beim Herstellungsprozess auf. Auch in der Zucht neuer Kultivare beweist der kenianische Teeanbau Talent. Das beste Beispiel ist das Kultivar „TRFK 306“, das auch als „Purple Tea“ bekannt ist, da es Anthocyane enthält, die gegen UV-Strahlung schützen und dem Blatt eine tiefviolette Farbe verleihen. Es sind Innovationen wie diese, die zeigen, dass die Zukunft des globalen Teeanbaus ständigen Veränderungen und Anpassungen unterworfen ist. Und sie macht Lust auf Neues.